Theater und Kultur / Carmen, TheaterRuine
Theater und Kultur

Carmen, TheaterRuine
Zarah 47, Theater mit Biss
Piazolla, Herkuleskeule
Tango, Hamlet
Sommertheater
Im Herbst

City Life Dresden



 
 

Georges Bizet: Die Carmen einer gläsernen Fabrik.

Wenn in gläserner Fabrik eine der Welt meistgespielten Opern von Harry Kupfer inszeniert wird, dann ahnt der geneigte Operngänger, es entsteht ein Opus, das wohl gerade mit den Umständen der Evakuierung aus der Semperoper eine neue Sicht auf das Opernthema geben kann.
Die 'veristischen' Züge der Oper, die im Milieu von Dieben, Zigeunerinnen und Tabakarbeitern spielt und die Heldin Carmen stumm stirbt, eben ohne pompöse Abschiedsarie, machen den besonderen Reiz aus.
1875 galt das volksnahe Sujet als schockierend neu und ungewohnt. Absolute Milieudarstellungen und redundante Dialoge sind aus der Kupferschen Sicht im Verhältnis zum Original eliminiert. Heute aber, für das gesamte Ensemble wohl eine spannende Herausforderung, den durch Kupfer verkürzten Inhalt der Oper bis zum Ende hin, wenn José zum Messerstich in Richtung Carmen ausholt, die nämlich Escamillo liebt, während jener stierkämpferisch umjubelt wird, zu meistern. "Massen-Wirren" beherrscht H. Kupfer gekonnt umzusetzen.

"Die Geschichte läuft mit rasanter Geschwindigkeit ihrem fatalen Ende entgegen." Kupfer schafft gemeinsam mit dem Ensemble, das aus weit über 100 Mitgliedern besteht, diese Carmen der modernen Art zu kreieren. Die musikalische Leitung der Inszenierung liegt bei Massimo Zanetti, Solisten u.a.: Ulrike Helzel (Carmen), Douglas Nasrawi (José) - zwei Stunden und vier Akte machen die Aufführung gläsern verführerisch!

www.semperoper.de, Preise: 10,- bis 72,-, 1. 5. 8. 10. 12. 15. 18. 20. 22.11.,
Gläserne Manufaktur Volkswagen



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Eine bewegte gutbesuchte Freiluft-Saison ging zuende -
Resümee und Ausblick auf eine TheaterRuine St. Pauli?




Wandmalerei Tanja Wackwitz

Bis zum 6.10. lief der Bühnenbetrieb. Jörg Berger, Chef des Ruinen-Theaters, ist sich ob der Zukunft dieser einzigartigen Spielstätte im Unklaren. Eine Petition (3000 Unterschriften) an den Kulturdezernenten Dr. Vogel hat bisher zu keinem zukunftsorientierten Gespräch geführt. Denn, um im nächsten Jahr den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, müssen vor allem die Lärmschutz-Anliegen geklärt sein.
Trotz guter Zuschauerzahlen ist die Stadt im Moment mit Kürzungsgedanken zu Gange. So schaut der Theater-Chef mit einem Auge bangend, aber auch einem optimistischen Auge, in Richtung Saison 2003.
Ohne ein konstruktives Gespräch mit der Stadt kann der 50-Mitglieder zählende Verein keinerlei Pläne machen. Wenn Sie "mitpetitionieren" möchten, können Sie das unter www.theaterruine.de



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Eine märchenhafte Geschichte im Projekttheater

PREMIERE-Ankündigung

Die Prinzessin und der Schweinehirt nach H. Ch. Andersen

Des Prinzen Weg zur Angebeteten führt durch den Schweinestall und auch eine Prinzessin kann unversehens im Dreck landen. Ach, du lieber Augustin... aber vielleicht ist nicht alles hin, sondern erst am Beginn? Die Kompanie "Königskinder" inszeniert unter der Regie von Tanja Wackwitz das bekannte Märchen liebevoll mit Humor, Musik und Puppespiel. Wohl gerade auch die Erwachsenen können sich auch am Premierentag für eine Stunde in das Reich des Kaisers und die Enge des Schweinestalls entführen lassen. Ein Stück, das so recht in den November passen will.

Karten unter: 810760, Premiere am 20.11., 17 Uhr



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Das Bild einer Frau, einer "femme fatale"

Die Lulu der Landesbühnen

Die Premiere der Lulu - das ist eine Verführerin, Kindfrau, Madonna und Hure zugleich, die immer wieder die Phantasien der Gesellschaft erregte - in Radebeul. Animalisch-sinnliche Naivität und exzessive Leidenschaftlichkeit, doch auch Unangepasstheit und das Harren auf Selbstbestimmtheit geben dieser Frauenfigur der Weltliteratur eine anarchische Faszination. Es ist dies die Entwicklung einer Frau, die einerseits durch die Phantasien der Männer zu dem gemacht wurde, was jene sich wünschten, aber andererseits eben auch ihre Eigenständigkeit entwickelt. Es spielen: Lulu-Katja Steuer, Dr. Goll-Jost Ingolf Kittel. Inszenierung: Arne Retzlaff.

Prognose: Wechselspiel der Projektionen in einer Welt, deren Moral die Scheinmoral ist.
Premiere am 25.1.2003, 19.00 Uhr, Schauspiel von Frank Wedekind, Landesbühnen Sachsen, www.theater-dresden.de



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Copyright © 2003 Texte: Jörg Thomas Schulz u.a. f. PRINZ Dresden (Fotos: Promo/Theater)
Letzte Aktualisierung: 18.08.2003