Theater und Kultur / Zarah 47, Theater mit Biss
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Zahra 47 - der Wind hat mir ein Lied erzählt




Das totale Lied oder das Musical Solo: die Leander am Ende?

Die Leander an ihrem 40. Geburtstag fünf Jahre nach ihren Erfolgen auf ihrem Gut in Schweden - allein. Sie, so scheint's, ist vergessen von Freunden und Bekannten. Der einst best-bezahlte UFA-Star bekommt mit diesem Musical-Solo eine melancholisch-schrille Hommage, die berührend einen Blick wirft - einen Blick auf die unpolitische Leander.
Neben Rechnungen erreicht den Star nur ein Brief: "Wir wollen in unserem Land keine Nazischweine !" - dieser ist ebenso unverständlich für die Diva, wie die Auftrittsverbote in Deutschland und Österreich. Denn die Zarah, der "politische Idiot" hasst Politik und so auch politische Künstler wie Herrn Brecht "Brr..." und sie ist stolz darauf!
Das Stück lebt von thematisierter Politik! "Die sollten doch froh sein, dass ich wegen des Geldes und nicht aus Gesinnung für die Deutschen gesungen habe!" Jene Äußerungen machen ihre Isolation deutlich und lassen darauf schließen, dass die Diva den einsamen Rückschwung nicht bewältigt. Das "Musical für ein Solo" läuft noch einmal mit der Hauptdarstellerin Anke Teickner auf der Studiobühne Ende des Jahres - denn, "warum soll eine Frau kein Verhältnis haben, kein Verhältnis haben" - und schon gar nicht zu Politik, oder? So wird erzählt, berichtet und gesungen - einfach so und einfach beeindruckend. Wer den UFA Star noch nicht genug zu kennen glaubt, sollte sich die diva-esquen "Polit-Mähren" á la "Hitler? Hab' ich einmal gesehen und ihm gesagt, dass er was mit seinen Haaren machen muss ..." eindringlich gönnen! Die totale Leander unter der Regie von Eddy Socorro, am Piano: Matthias Thomser; das Stück ist von Peter Lund. 29.12., 20 Uhr, Landesbühnen Sachsen, Studiobühne

Prognose: Im Januar 2002 die Premiere - im Dezember noch ein Lied auf die "Unpolitische"



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Theater mit Biss




Die Göttinnen des Jahrhunderts Monika Hildebrand bringt sie Ihnen näher

Das Societaetstheater ist ein Gastspielhaus. Damit verbindet sich inhaltlich und ästhetisch eine besondere Form von Theaterarbeit. Als "Zusatz-Vorführstätte" fungiert auch im Dezember wieder das Restaurant L' art de vie, wo Monika Hildebrand mit ihren Lesungen zu den Diven einige Abende gestaltet. Die vergangenen Lesungen thematisierten die Leander, die Garbo und Piaf - die Dezember-Diva ist die Monroe. Dabei werden Sie Einblicke in das Leben, Lieben und Leid der Blonden erhalten - wie gewohnt von der Hildebrand in einnehmender Darstellung gelesen. Und überdies mit einer besonderen Beigabe: ein Glas Prosecco sowie Chicken-Wings mit Bohnengemüse werden den göttlichen Abend komplettieren.
Der Gedanke zur Lesereihe kam Frau Hildebrand "über Nacht", inspiriert durch der Göttinnen eigenen l' art de vie. Ein komplettes Bild der Diven kann nie entstehen, aber Sie erhalten mit Sicherheit erweiterte Impressionen aus dem jeweiligen Leben der "emanzipierten, rebellischen und unsterblichen Frauen des 20. Jahrhunderts".

Prognose: Ein mondäner Abend - im Dezember endlich die Monroe!
Um Reservierungen wird gebeten unter: 802 7300, Preis: 15,5 Euro, 3.12. und 17.12., Societaetstheater / Restaurant



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Eine Sommerpause im Winter




Die Semperoper vs. Flutschäden

Nur drei Veranstaltungen im Januar in der renommierten Dresdner Oper, denn die Schäden, die das Wasser anrichtete, sind enorm. Die Summe, die das Land Sachsen für die Sanierung der Semperoper und Schäden an Kostümen, Dekorationen, Instrumente aufwenden muss, beträgt etwa 27 Millionen Euro. Mit Hilfe der Stiftung zur Förderung der Semperoper sind bereits mehr als 2 Millionen Euro aufgebracht worden. So bleiben im Anfang Januar nur mehr der Sommernachtstraum und Lohengrin als Aufführungen, bevor ab Februar durchgestartet wird - eben ohne Sommerpause 2003. Optimistisch stimmt, dass die Carmen bei VW und der Egmont in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus trotz der wässrigen Widrigkeiten "hervorragend über die Bühne gebracht" werden konnten.

Prognose: Gönnen Sie sich die wenigen Opernvorstellungen im Januar mit doppelter Aufmerksamkeit bis erstmals wieder am 13. und 14. Februar die Gedenkkonzerte stattfinden werden!



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Ein wunderschönes Spiel

Fußball und ir(d)ischer Hass

Die deutsche Erstaufführung des Webber-Musicals um "ein schönes Spiel" konnte sich wieder einmal die Staatsoperette Dresden sichern. Im September 2000 fand die Uraufführung in London statt und ist nun in Dresden zu sehen! Damit hat die von der Schließung bedrohte Staatsoperette ein weiteres Highlight nach Sachsen geholt.
Es wird die Geschichte einer jungen irischen Fußballmannschaft, die im Umfeld des religiösen Irrlandkonflikts aufwächst, liebevoll bebildert geschildert. Realismus und Aktualität - und damit eben jener offene Hass zwischen kontrahierenden Bevölkerungsgruppen untergräbt nach und nach den Teamgeist des Vereins. Das Stürmer-Ass wird zum IRA-Killer, andere Spieler im Verlauf des rasanten Spiels ermordet oder müssen fliehen. Eine tragisch-packende Story, die in der Tradition von "West Side Story" steht von der Webber sagt: "Ich bin nicht der Ansicht, dass Musicals sich vor schwierigen Themen drücken sollten. Die Herausforderungen des Musiktheaters bleiben meine Lebensaufgabe." Übrigens: Auf der Homepage können auch Sie sich ebenfalls gegen die Schließung der Staatsoperette wehren.

Premiere: 24./25. Januar 2003, 19 Uhr, v. Andrew Lloyd Webber und Ben Elton, The Beautiful Game, www.staatsoperette-dresden.de

Prognose: Nie war Fußball musikalischer als in Webbers Musical...



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The Tap Dogs und Hape Kerkeling

Die Bühne voller Boots und Humor

Seit Jahren touren die stilsicher-derb anmutenden australischen Baustellen-Boys erotisierend international durch die große Hallen des Globus. Die Dekoration ist dem Sujet des bauarbeitenden Tänzers perfekt angepasst. So wird rasant der klassische Stepptanz kunstvoll modernisiert. In rotierendem "Stahlumfeld" geben sich die Tänzer nahezu anderthalb Stunden der modernen Musik hin, die nicht zuletzt von den Stahlkappen der Stiefel her erklingt, steppen mal kopfüber, mal im Wasser. So ist klar, dass nicht eben nur die weiblichen Zuschauer eine erotisierende Wirkung verspüren werden. Am Rande bemerkt: Auch Hape Kerkeling wartet mit seinem aktuellen Programm am 27. Januar kulturell auf. Das sollte sich der Dresdner Mann gönnen!
Prognose: Wet-T-Shirts und Männlichkeitsklischees im Kulturplast



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JEANNE D'ARC

jungferliche Revolte vor und nach Schiller

Uraufgeführt wurde Schillers einst "romantische Tragödie" am 11.9.1801. Aber Dichter aller Zeiten waren fasziniert von der französischen Maid, die 1429 inneren Stimmen folgend, "mit behelmten Haupt ... schön zugleich und schrecklich anzusehn", Orleans von der englischen Belagerung befreite. Im 100 Jahre andauernden Krieg zwischen Frankreich und England, kommt eine derart Jungfrau gerade recht! Ihr erschienen war der Erzengel Michael. Das war eben jenes Wunder, das gebraucht wurde im Kampf um Befreiung. Johanna fiel den Engländern in die Hände, die sie 1431 als Hexe und Ketzerin auf dem Scheiterhaufen verbrannten - 25 Jahre später wird dieses Urteil aufgehoben, 78 Jahre wird Johanna selig gesprochen, 89 Jahre später wird ihre Heiligsprechung durch Papst Benedikt XV. verkündet. 300 Jahre später rettet eine göttlich beseelte "reine Jungfrau" erneut ...

PROGNOSE: Historie in narrativer Form einer "Jungen Generation" um die heilige Kämpferin vor und nach Schiller - Spannung in heilig-kämpfender Inszenierung.

5.2. 2003, 19 Uhr 30, TJG, Darsteller: Babette Kuschel, Anke Salzmann, Sabine Gehre, Ullrich Wenzke, www.theater-junge-generation.de



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Copyright © 2003 Texte: Jörg Thomas Schulz u.a. f. PRINZ Dresden (Fotos: Promo/Theater)
Letzte Aktualisierung: 18.08.2003