Das Bild einer Frau, einer "femme fatale"
Die Lulu der Landesbühnen
Die Premiere der Lulu - das ist eine Verführerin, Kindfrau, Madonna und Hure zugleich, die immer wieder die Phantasien der Gesellschaft erregte - in Radebeul. Animalisch-sinnliche Naivität und exzessive Leidenschaftlichkeit, doch auch Unangepasstheit und das Harren auf Selbstbestimmtheit geben dieser Frauenfigur der Weltliteratur eine anarchische Faszination. Es ist dies die Entwicklung einer Frau, die einerseits durch die Phantasien der Männer zu dem gemacht wurde, was jene sich wünschten, aber andererseits eben auch ihre Eigenständigkeit entwickelt. Es spielen: Lulu-Katja Steuer, Dr. Goll-Jost Ingolf Kittel. Inszenierung: Arne Retzlaff.

Prognose: Wechselspiel der Projektionen in einer Welt, deren Moral die Scheinmoral ist.
Premiere am 25.1.2003, 19.00 Uhr, Schauspiel von Frank Wedekind, Landesbühnen Sachsen, www.theater-dresden.de

The Tap Dogs und Hape Kerkeling
Die Bühne voller Boots und Humor

Seit Jahren touren die stilsicher-derb anmutenden australischen Baustellen-Boys erotisierend international durch die große Hallen des Globus. Die Dekoration ist dem Sujet des bauarbeitenden Tänzers perfekt angepasst. So wird rasant der klassische Stepptanz kunstvoll modernisiert. In rotierendem "Stahlumfeld" geben sich die Tänzer nahezu anderthalb Stunden der modernen Musik hin, die nicht zuletzt von den Stahlkappen der Stiefel her erklingt, steppen mal kopfüber, mal im Wasser. So ist klar, dass nicht eben nur die weiblichen Zuschauer eine erotisierende Wirkung verspüren werden. Am Rande bemerkt: Auch Hape Kerkeling wartet mit seinem aktuellen Programm am 27. Januar kulturell auf. Das sollte sich der Dresdner Mann gönnen!
Prognose: Wet-T-Shirts und Männlichkeitsklischees im Kulturplast


Catwork 2003
Texte: Joerg Thomas Schulz f. PRINZ Dresden / Foto: PR, Frank Grätz
 
Redaktion Dresden
Schandauer Str. 64
www.prinz.de

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Eine Sommerpause im Winter
Die Semperoper vs. Flutschäden

Nur drei Veranstaltungen im Januar in der renommierten Dresdner Oper, denn die Schäden, die das Wasser anrichtete, sind enorm. Die Summe, die das Land Sachsen für die Sanierung der Semperoper und Schäden an Kostümen, Dekorationen, Instrumente aufwenden muss, beträgt etwa 27 Millionen Euro. Mit Hilfe der Stiftung zur Förderung der Semperoper sind bereits mehr als 2 Millionen Euro aufgebracht worden. So bleiben im Anfang Januar nur mehr der Sommernachtstraum und Lohengrin als Aufführungen, bevor ab Februar durchgestartet wird - eben ohne Sommerpause 2003. Optimistisch stimmt, dass die Carmen bei VW und der Egmont in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus trotz der wässrigen Widrigkeiten "hervorragend über die Bühne gebracht" werden konnten.

Prognose: Gönnen Sie sich die wenigen Opernvorstellungen im Januar mit doppelter Aufmerksamkeit bis erstmals wieder am 13. und 14. Februar die Gedenkkonzerte stattfinden werden!
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Januar 2003/ BÜHNE-Ankündigung

Ein wunderschönes Spiel
Fußball und ir(d)ischer Hass


Die deutsche Erstaufführung des Webber-Musicals um "ein schönes Spiel" konnte sich wieder einmal die Staatsoperette Dresden sichern. Im September 2000 fand die Uraufführung in London statt und ist nun in Dresden zu sehen! Damit hat die von der Schließung bedrohte Staatsoperette ein weiteres Highlight nach Sachsen geholt.
Es wird die Geschichte einer jungen irischen Fußballmannschaft, die im Umfeld des religiösen Irrlandkonflikts aufwächst, liebevoll bebildert geschildert. Realismus und Aktualität - und damit eben jener offene Hass zwischen kontrahierenden Bevölkerungsgruppen untergräbt nach und nach den Teamgeist des Vereins. Das Stürmer-Ass wird zum IRA-Killer, andere Spieler im Verlauf des rasanten Spiels ermordet oder müssen fliehen. Eine tragisch-packende Story, die in der Tradition von "West Side Story" steht von der Webber sagt: "Ich bin nicht der Ansicht, dass Musicals sich vor schwierigen Themen drücken sollten. Die Herausforderungen des Musiktheaters bleiben meine Lebensaufgabe." Übrigens: Auf der Homepage können auch Sie sich ebenfalls gegen die Schließung der Staatsoperette wehren.

Premiere: 24./25. Januar 2003, 19 Uhr, v. Andrew Lloyd Webber und Ben Elton, The Beautiful Game, www.staatsoperette-dresden.de

Prognose: Nie war Fußball musikalischer als in Webbers Musical...





Die Tap Dogs im Kulturpalast - am 23.1. 2003


CATWALKen ...


Dank Ronald Brendler ist Dresden seit fünf Jahren eine Modehochburg - zumindest für eine lange Nacht und in entsprechend mondäner Aufmachung. Auch die vielen Gäste bemühten sich an diesem Abend, den Glanz der Show kleidungstechnisch mitzubestimmen und wandelten selbstsicher durch die sorgfältig dekorierten Hallen des alten Schlachthofs. Wie ein Panter im Sprung gaben sich einmal mehr verschiedenste Jungdesigner die Modestafette in die Hand und zeigten auf dem 5. Catwork ihre neuen Kreationen in animalischer Choreografie von Olaf Becker. Kreativität hatte ihren Preis. Erstmals wurden die drei besten Modegestalter mit dem REI CATWORK ® AWARD nebst zugehörigem Preisgeld von einer Jury mit Vertretern von Wirtschaft, Mode und Design geehrt. Die bereits zum zweiten Mal geladene Susanne Splitt geht als Siegerin mit 3000 Euro aus dem Käfig der Mode. Der zweitplatzierte Leonid Sladkevitch erhielt neben großem Applaus 2000 Euro. Der 1000 Euro wertvolle dritte Platz ging an Anastasia Avlonitis. Durch den Abend führte der Conférencier Frank Fröhlich, dessen arg knapp begleitende Worte auf nur wenig Resonanz beim Publikum stießen. Von regem Medieninteresse angespornt und dem diesjährigen Motto "La Cage" entsprechend, schmiegten sich die modischen Kreationen an Gittern und katzenartig professionell an den Körpern der geschickt gecasteten Models. Diese wurden extravagant haartechnisch gestylt von Holger Knievel und seinem Team. Tierisch tänzerische Parts lockerten den Walk of Fashion geschickt auf. Während der Aftershow konnten sich sowohl das adrette Publikum als auch die wichtigen Leute der Dresdner Party- und Modeszene relaxed auf die Sofas in der von PRINZ präsentierten randvollen Lounge stürzen und über die gesehenen Roben diskutieren - so unter anderem auch Christian von Kanal und Stefan Gläser. Soundtechnische Unterstützung während der Party zur Mode brachten Uwe Heuer von Antenne Sachsen und DJ TAMÁS mit housigem und discotönigem Flair und ließen die Modefans bis in die Morgenstunden in den Schlachthofräumen feiern.