Dekoration
Wandmalerei: Tanja Wackwitz - TheaterRuine St. Pauli
Eine bewegte gutbesuchte Freiluft-Saison ging zuende - Resümee und Ausblick auf eine TheaterRuine St. Pauli?

Bis zum 6.10. lief der Bühnenbetrieb. Jörg Berger, Chef des Ruinen-Theaters, ist sich ob der Zukunft dieser einzigartigen Spielstätte im Unklaren. Eine Petition (3000 Unterschriften) an den Kulturdezernenten Dr. Vogel hat bisher zu keinem zukunftsorientierten Gespräch geführt. Denn, um im nächsten Jahr den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, müssen vor allem die Lärmschutz-Anliegen geklärt sein.
Trotz guter Zuschauerzahlen ist die Stadt im Moment mit Kürzungsgedanken zu Gange. So schaut der Theater-Chef mit einem Auge bangend, aber auch einem optimistischen Auge, in Richtung Saison 2003. Ohne ein konstruktives Gespräch mit der Stadt kann der 50-Mitglieder zählende Verein keinerlei Pläne machen. Wenn Sie "mitpetitionieren" möchten, können Sie das unter www.theaterruine.de
 
NOVEMEBER 2002/ Restaurant-Kritik

Modern&leicht
Wohlige und einfach nette Speisen in absolut stilsicherer Atmosphäre - so der Ersteindruck wenn man im Café Neustadt seine Bestellung bei sehr freundlicher Bedienung abgibt und prompt bei den Vorspeisen sitzt. Der passende Wein mit akkurater Empfehlung wird kredenzt, die Freude auf das Hauptgericht steigt. Belebtes Flair mit einer immer angenehmen Gästeanzahl machen den Besuch des "Restaurant-Cafés" zum Erlebnis der trendigen Art. Die Angebots-Palette ist wohl überlegt und liegt in der preislichen Mittelklasse. Man ist gehegt aber nicht übererdrückt von der Bedienung. Auch der Koch meint's, so scheint's, mit allen sehr gut, denn vom Fleischgericht bis zu zum vegetarischen ist man mit jeder Zusammenstellung gut beraten und lecker umsorgt!
Prognose:
Hier spielt die Atmosphäre der Gaumenfreude kein Schnippchen - es ist eben modern-neustädtisch.

Café Neustadt
Texte: Joerg Thomas Schulz f. PRINZ Dresden




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NOVEMBER 2002/ Carmen on VW

Georges Bizet: Die Carmen einer gläsernen Fabrik.
Evakuierung vs. fabriknahe Inszenierung der Carmen.


Wenn in gläserner Fabrik eine der Welt meistgespielten Opern von Harry Kupfer inszeniert wird, dann ahnt der geneigte Operngänger, es entsteht ein Opus, das wohl gerade mit den Umständen der Evakuierung aus der Semperoper eine neue Sicht auf das Opernthema geben kann.
Die 'veristischen' Züge der Oper, die im Milieu von Dieben, Zigeunerinnen und Tabakarbeitern spielt und die Heldin Carmen stumm stirbt, eben ohne pompöse Abschiedsarie, machen den besonderen Reiz aus.
1875 galt das volksnahe Sujet als schockierend neu und ungewohnt. Absolute Milieudarstellungen und redundante Dialoge sind aus der Kupferschen Sicht im Verhältnis zum Original eliminiert. Heute aber, für das gesamte Ensemble wohl eine spannende Herausforderung, den durch Kupfer verkürzten Inhalt der Oper bis zum Ende hin, wenn José zum Messerstich in Richtung Carmen ausholt, die nämlich Escamillo liebt, während jener stierkämpferisch umjubelt wird, zu meistern. "Massen-Wirren" beherrscht H. Kupfer gekonnt umzusetzen.
"Die Geschichte läuft mit rasanter Geschwindigkeit ihrem fatalen Ende entgegen." Kupfer schafft gemeinsam mit dem Ensemble, das aus weit über 100 Mitgliedern besteht, diese Carmen der modernen Art zu kreieren. Die musikalische Leitung der Inszenierung liegt bei Massimo Zanetti, Solisten u.a.: Ulrike Helzel (Carmen), Douglas Nasrawi (José) - zwei Stunden und vier Akte machen die Aufführung gläsern verführerisch!

www.semperoper.de, Preise: 10,- bis 72,-, 1. 5. 8. 10. 12. 15. 18. 20. 22.11., Gläserne Manufaktur Volkswagen

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