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DAS WORTFELD - DER COMPUTER, DIE UNIVERSELLE MASCHINE - EINE SONDER-FACH-SPRACHE UM DAS FELD DES PCs
Der unterschiedliche Umgang mit den Begriffen der Fachsprache z. B. in Frankreich und Deutschland verweist auf die zwei augenfälligsten Probleme, die an der sprachlichen Schnittstelle von Computer und Mensch auftreten: erstens die Tatsache, dass die Lingua franca der Informations- und Kommunikationstechnologie Englisch ist und deshalb entschieden werden muss, ob, wie und wann man sie in die verschiedenen Sprachen der Welt überträgt.
Fachsprache
- Eine innere Differenzierung muss im jeweiligen Grad Beachtung finden: Unterschiedliche Textsorten innerhalb der Fachsprache sind existent, kulturelle Unterschiede und Konventionen fachlicher Kommunikation der Teilnehmer;
- Die schriftliche Textform enthält sofort erkennbare Signale (Überschriften, Abschnitte, Tabellen), typographische Hilfsmittel, außersprachliche Mittel (Abbildungen, Symbole etc.);
- Unterschiedliche Formen des referentiellen Verweisens auf benachbarte Themenkomplexe sind existent;
- Fachwortschatz: spezielle Wortbildungsmuster (lexikalisches Inventar, Terminologisierungen), Besonderheiten des Satzbaus und des Stils, Textformen treten auf.
Eine Analyse der Sprachsituation (Anfang 1999) in einer bestimmten Textsorte (Werbesprache) unter Berücksichtigung eines determinierten Ausschnitts von Begriffen modernster Technik (Wortfeldkomponenten) "birgt ein Risiko in sich, mit dem zunächst jede interdisziplinäre Forschungsarbeit leben muss: Es gilt, eine spannungsreiche Harmonie zwischen der eigenen Spezialdisziplin und einem gelegentlich knapp am Dilettantismus vorbeiziehenden Wildern in fremden Disziplinen herzustellen."
Paradigmatische Beziehungen bestehen zwischen den Gliedern von lexikalischen (Wort-)Feldern - diese basieren auf gemeinsamen semantischen Merkmalen. Objektive Abgrenzungen sind häufig unmöglich. (Beispiel 'Temperatur': eisig, frostig, mild, lau, kühl etc.
Bei diesem Phänomen ist auch ein metaphorischer Aspekt existent, denn bei individuellem beziehungsweise umgangssprachlichem Gebrauch von schwül/frostig/kühl ist der direkte Bezug zur 'Temperatur', wenn es sich dabei um die Charakterisierung eines Lebewesens handelte, nicht vorhanden. In der direkten Wortfeldanalyse jedoch sind primär diese Adjektive entsprechend korrekt gewählt.)
Bestandteile eines Wortfeldes können einander über-, unter- oder auch gleichgeordnet sein. Unter diesem Begriff lassen sich auch Benennungen wie "Bedeutungsfeld" oder "semantisches Feld" finden. Wobei aus Triers erster 'Feldstudie' vom "Sinnbezirk (des Verstandes)", in der er semantisch ähnliche Lexeme wie 'klug', 'weise', 'schlau' "im Bewusstsein des Sprachbrauchers" als aneinandergrenzende Bausteine ("Inhaltsmosaik") der Sprache entdeckte, den Wortfeldbegriff in der Sprachwissenschaft aktivierte.
Das Wort Technik - ihrer Urbedeutung nach (griech.: techne= 'Kunst, Kunstfertigkeit') - kann für "unterschiedliche Technikbegriffe stehen, die in theoretischen Wissenschaften, in den technischen Fachdisziplinen und im Alltag unterschiedliche Ausprägungen haben".
"Sie [die Technik, JS] war und ist, ebenso wie Sprache und Religion, ein obligatorischer Bestandteil aller menschlichen Kulturen [...]"
Alle ausgewählten Zitate/Slogans beinhalten den speziellen Bereich oder einen Ausschnitt der computerorientierten (im weitesten Sinne - so sind zum Beispiel Fernsprechanlagen auch über einen PC gesteuert) Technik. Das Wortfeld in diesem Fall ist demzufolge überlagert von Bezeichnungen (z. B. Drive, Handy, Monitor, Web, Kabel), Verben (z. B. telefonieren, quicken, mailen), Metaphern (z. B. Maus), Abkürzungen (www, DOS) etc., die beispielsweise einst (ausschließlich) andere Dinge/Konzepte bezeichneten (Maus), neu gebildet wurden (webweit) oder pure fachsprachliche Elemente (ASCII ) sind.
Die ausgewählten Texte entstammen dieser Definition folgend dem gesetzten Wortfeld Computer-, Kommunikations- und Informationstechnik.
Es werden keine Wortelemente berücksichtigt, die semantisch einer Kunstfertigkeit (wie das Beherrschen von Fähigkeiten/Fertigkeiten etwa einer bestimmten Person) gleichkommen.
Die Sprache rund um den Computer (besonders seit der Existenz des Internets) kann als gruppenspezifische Sondersprache der Nutzer gesehen werden. Sie wird in verschiedenen Kommunikationsformen eingesetzt. Der Beginn der Nutzung des Computers (im deutschsprachigen Raum später als in Amerika) ist relativ jungen Datums. Demzufolge gehören die Nutzer verstärkt einer jungen Generation an; jugendsprachliche Züge dürften nicht überraschen. Fachspezifische Begriffe der Computerterminologie sind dem User bekannt.
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ANALYSE
"Durch neue Medien werden nicht nur Kommunikationsweisen und Sprachformen, sondern auch die Stellung der menschlichen Sprache in der Gesamtheit der semiotischen Erscheinungen und der menschlichen Verhältnisse überhaupt verändert."
Dem sprachwissenschaftlichen Idealismus des 19. Jahrhunderts zufolge, der eine wesentliche Tradition der Antike wiederaufnimmt, ist die Sprache wesentlich Schöpfung und wird nur als solche gesehen und untersucht, d. h. in ihrem Werden. Dieses Werden der Sprache kann seinerseits konkret nur in Sprechakten und Einzeltexten, insbesondere literarischen/fachlichen Texten, festgestellt werden, die deshalb Hauptgegenstand der Forschung sind.
Jene sprachwissenschaftliche Disziplin, welche die Sprache im Augenblick ihrer Entstehung zu erfassen vermag, ist für den Idealismus die Stilistik. Neben ihr wird als zweite Disziplin mit theoretischer Grundlegung die Sprachgeschichte anerkannt, deren Aufgabe es ist, die Übernahme und Verbreitung - die Objektivierung zur "Sprache" - des individuell Erschaffenen zu untersuchen, und dies vor allem vom "stilistischen" Gesichtspunkt.
Dagegen ist die Grammatik für den Idealismus, so wie er sich vor allem in Deutschland und Italien durchgesetzt hat, eine zweitrangige Disziplin von geringem Interesse und mit vornehmlich praktischer Ausrichtung.
Elektronische Medien vergrößern den Abstand zwischen kultureller Beschleunigung und individueller Vorstellungskraft. Neue Medien/Objekte/Waren und deren gleichzeitige Bewerbung treten nicht an die Stelle, sondern an die Seite der alten und gewinnen zunehmend an Einfluss auch auf sie. Dabei differenziert sich das Mediensystem immer mehr, wie Definitionsversuche und eine Beschreibung der jüngsten technischen Möglichkeiten zeigen.
Das kulturelle und kommunikative Gefüge der Gesellschaft wird gründlich verändert. Erst neuerdings beginnt die Wissenschaft, sich intensiv mit der Sprache in neuen Medien zu beschäftigen. Neben neuen Wortschatzelementen bilden sich auch neue Kommunikationsformen und Sprechweisen aus; neue Stilformen jenseits der Standardschriftsprache entstehen. Flexible Schreibmonologe, schriftliche Dialoge, Hypertexte und interaktive Schreibweisen bringen neue Textsorten hervor.
Mehr und mehr verschwimmen die althergebrachten Grenzen zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie zwischen sprachlichen und nonverbalen (insbesondere bild- und tongestützten) Kommunikationsweisen. In mancher Hinsicht beeinflussen der immaterielle Zeichenträger und in der Folge die neuen sprachlichen Formen auch die Inhalte des Denkens. All diese neuen technischen, kulturellen und sprachlichen Entwicklungen stellen die Menschen vor neue Entscheidungen des Leseverhaltens.
Text und Interpretation desselben - das Verstehen, die Deutung, Auslegung und Einordnung von Texten unter sprachlichen, inhaltlichen und formalen Gesichtspunkten: Sprache, Struktur, Stil, Motive etc. (die immanente Werkinterpretation [E. Staiger als Hauptvertreter] wird in dieser sprachwissenschaftlichen Analyse nicht berücksichtigt, da sie sich mit dem Gesamtwerk eines Künstlers oder Epoche und der übereinstimmenden Aspekte befasst und hier lediglich Ausschnitte derzeitiger Texte Eingang finden, ebenso wird die Makrostilistik [nach Sowinski] nicht umfassend berücksichtigt).
Die eng mit dem Begriff der Hermeneutik verbundene Textinterpretation versucht, durch möglichst eindringliche Erfassung eines Textes mit Hilfe von Textedition, Textkritik, grammatischer Textanalyse, Stilanalyse, Formanalyse, Textvergleich u. a. dessen "Gehalt", methodisch zu erarbeiten. Im Zusammenspiel mit den philologischen Teildisziplinen der Textsicherung, des Kommentars und der Pragmatik bildet sie die systematische Grundlage der Literaturwissenschaft und in analytischen Untersuchungen der Linguistik. Dabei können die Fragestellungen je nach Erkenntnisinteresse das einzelne Werk, den Produzenten oder bestimmende Prinzipien wie Gattung, Stil, Idee oder Epoche betreffen, aber auch außerhalb des engeren Gebiets der Literaturwissenschaft liegen.
Die Interpretation als grundsätzliche geisteswissenschaftliche Methode wird oft dem naturwissenschaftlichen Prinzip der Kausalität gegenübergestellt.
Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten Verfahren der Interpretation und Analyse befragten den Text zunächst nach seinem Erkenntnisfortschritt den Vorläufertexten gegenüber und begriffen ihn somit in der Hauptsache als Element der geistesgeschichtlichen Entwicklung. In scharfer Abgrenzung von solchen ideengeschichtlich und deterministisch orientierten Richtungen setzte sich seit dem 2. Weltkrieg die immanente Interpretation durch, die eine weitestgehend voraussetzungsfreie, nicht über den Text hinausgehende Interpretation akzentuiert. Seit den sechziger Jahren entstanden u. a. soziologische, psychoanalytische, strukturalisti-sche, formalistische und semiotische Ansätze sowie der Methodenpluralismus, der der Komplexität eines Textes gerecht zu werden versucht, indem er ihn mit verschiedenen Methoden unter diversen Perspektiven interpretiert.
Ausgehend von der in der Hermeneutik formulierten geschichtlichen Bedingtheit des Verstehens kann allen Textinterpretationsmodellen logische und historische Beliebigkeit vorgeworfen werden. Analyse dient (griech. analysis: Auflösung) als Sammelbezeichnung für unterschiedliche methodische Verfahren der Zergliederung eines Ganzen in seine Teile, vor allem in der Logik.
Die Analyse kann sowohl darauf gerichtet sein, die "stoffliche" Zusammensetzung eines "körperlichen" Ganzen zu ergründen, als auch darauf, die Basis eines Denk- oder Beweisansatzes aufzudecken. Dabei lassen sich elementare, kausale und logische Verfahren differenzieren. Die elementare Analyse lässt beim Zergliedern die Wechselbeziehungen der identifizierten Teile untereinander und ihre Bedeutung für das zergliederte Ganze außer Acht.
Die kausale Analyse ist auf die Identifizierung der dem Ganzen zugrunde liegenden Beziehungen von Ursache und Wirkung gerichtet. Bei der logischen Analyse schließlich rücken die logischen Beziehungen der Teile zum Ganzen in den Mittelpunkt des Interesses.
Aristoteles begründete das analytische Beweisverfahren, bei dem ein logischer Schluss in die ihn begründenden Einzelschritte zergliedert und mit der Prüfung der Stichhaltigkeit jedes einzelnen Schrittes die Gültigkeit der gezogenen Schlußfolgerung entweder erwiesen oder widerlegt werden soll.
I. Kant verstand sein Analyseverfahren als jene transzendentale Methode, die darauf gerichtet sei, die Prinzipien, nach denen synthetische Urteile möglich sind, sowie deren Bedingungen und Grenzen aufzuzeigen. Die Phänomenologie analysiert Inhalte des Bewußtseins, um auf diese Weise zu dessen Struktur vorzudringen. Die analytische Philosophie in der Tradition L. Wittgensteins und R. Carnaps will durch die logische Sprachanalyse den Grund für eine exakte Wissenschaftssprache legen.
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